Bakterien ohne Chance: Zirbenholz wirkt antibakteriell

Vor einigen Jahren wurde die Verwendung von Jausenbrettln aus Holz in Restaurants und Gasthäusern verboten. Es bestehe die Gefahr der ungezügelten Vermehrung von Bakterien, hieß es. Holz wurde als Gesundheitsrisiko dargestellt, wenn auf ihm geschnitten, geklopft und gemörsert wurde. Zumindest was das alpine Zirbenholz anlangt ist dieses Verbot eine grobe Fehlannahme, wie sich jetzt herausstellt. Es wäre besser und vor allem billiger gewesen, die EU-Beamten in Brüssel hätten vor ihrer Entscheidung einige Bergbauern in den Alpen befragt. Denn die wissen seit Menschengedenken, dass Zirbenholz Brot und andere Lebensmittel nicht nur vor raschem Schimmelbefall schützt sondern auch in hygienischer Hinsicht das Beste vom Besten ist.

‘Abklatsch-Methode’ wird der Vorgang genannt, mit dem das Institut für Genetik und allgemeine Biologie der Universität Salzburg mehrere Hölzer auf deren mögliche antibakterielle Wirkung hin testete. Es wurden fünf Holzarten ausgewählt (Ahorn, Buche, Fichte, Pappel, Zirbe) und auf deren mögliche Bakterien tötende Wirkung hin untersucht.

Das Brot bleibt frisch in der Brotbox aus Zirbenholz.

Das Brot bleibt frisch in der Brotbox aus Zirbenholz.

Escherichia coli K12 abgetötet

Die Forscher brachten also definierte Mengen eines Test Bakterienstammes (Escherichia coli K12) auf desinfizierte Holz-Schnittflächen auf. Diese wurden in feuchter bzw. trockener Umgebung für unterschiedliche Zeiten dort belassen und dann auf Agarplatten ‘abgeklatscht’. Die erhaltenen koloniebildenden Einheiten sind als Maß für die unterschiedlichen bakteriostatischen bzw. bakteriozide Wirkung der Hölzer zu werten. Das Ergebnis war doch einigermaßen überraschend um nicht zu sagen sensationell. In feuchter Umgebung war nämlich eine deutlich höhere bakerienhemmende Wirkung von Zirbenholz sowie eine mäßig bakterienhemmende Wirkung von Fichtenholz festzustellen. Bei Buche, Pappel und Ahorn wurde nach 12-14 Stunden eine höhere Zahl von Bakterien gefunden. Das heißt, diese Holzarten hatten eine nur sehr gering antibakterielle Wirkung. Die antibakteriellen Wirkungen von Zirbenholz kann man sich auf der Zunge zergehen lassen. Mit derselben Versuchsanordnung, mit der auch die anderen Holzarten getestet worden sind,  konnten nach 12-14 Stunden auf Zirbenholz praktisch keine lebensfähigen Bakterien mehr nachgewiesen werden. Salopp ausgedrückt: Zirbenholz wirkt salopp ausgedrückt sterilisierend. Das Holz eignet sich deshalb ganz hervorragend als Behälter für Brot aber auch als Schneidebrett für Wurst, Käse und andere Lebensmittel.

Zirbenholz hat antibakterielle Eigenschaften. Wie geschaffen für die Küche.

Zirbenholz hat antibakterielle Eigenschaften. Wie geschaffen für die Küche.