Der Landhausstil – das neue Lebensgefühl abseits der Hektik

Der Landhausstil ist wieder en vogue weil sich immer mehr Menschen ein Rückzugsgebiet abseits der Hektik und Technik wünschen. Sie wollen Lebensqualität, Geborgenheit, Einfachheit und Naturverbundenheit. Ein neues Lebensgefühl in den eigenen vier Wänden soll das möglich machen. Diese Entwicklung ist in den englischsprachigen Ländern, vor allem in den USA, unter dem Namen Cross-Country-Style bereits zu einem Megatrend geworden. Von der Architektur über die Inneneinrichtung bis zur Planung von Gärten reicht die Palette des ‘neuen, natürlichen Wohnens’.

Nachhaltigkeit ist das Stichwort. Vor allem im Wohnbereich kommt dieser Zukunftstrend zum Tragen. Die Verwendung von Naturmaterialien erlebt im Landhausstil eine ungeahnte  Renaissance, die Kombination verschiedenster natürlicher Grundstoffe wird zur architektonischen Herausforderung. Einfachheit, Schlichtheit und Funktionalität symbolisieren diese Entwicklung.

Der Landhausstil als Rückbesinnung

Die neue Liebe zur Nachhaltigkeit und zu gediegener Qualität ist aber vor allem eine Antwort auf die Schnelllebigkeit und die Technisierung aller Lebensbereiche. Zudem steht der Landhausstil künstlichen Materialien nahezu feindselig gegenüber. Noch gut in Erinnerung sind die zahllosen Skandale gesundheitsgefährdender Möbel, die vor allem aus den Billiglohnländern wie China stammen. Möbel, die nach fünf Jahren unansehnlich sind oder bereits vorher aus dem Leim gehen.

Die neue Eleganz des Landhausstils

Rustikale Eleganz. Das vermittelt der moderne Landhausstil

Massivholzmöbel in elegantem Design ist eines der prägenden Elemente des Landhausstils. Neues Mobiliar wird mit antiken Stücken gemischt, quasi als Pfahlwurzel in die ‘gute alte Zeit’. Naturfasern bedecken Parkett- oder Riemenboden, den Essbereich ziert zumeist ein massiver Holztisch, die Stühle sind elegante Holzarbeiten. Sichtbare Zeichen eines neuen Lebensgefühls.

Höchste Wertschätzung erfahren Massivholzmöbel in Schlafzimmern. Vorbei sind die Zeiten, in denen weder das beim Bettenbau verwendete Holz noch die Matratze eine gewichtige Rolle spielten. Oder gar Bauart und Bestandteile des Kleiderschrankes. Dass die Schlafzimmer jetzt immer häufiger mit Möbeln aus jenem Holz ausgestattet, dem gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden ist deshalb kein Wunder: Das Zirbenholz erfährt seit einigen Jahren eine nie für möglich gehaltene Renaissance. Seit es wissenschaftlich erwiesen ist, dass der Schlaf in Zirbenbetten unvergleichlich besser und tiefer ist als jener in Holz-Dekorbetten, nimmt die Verwendung dieses Holzes kontinuierlich zu. Was nicht zuletzt Auswirkungen auf den Holzpreis der ‘Königin der Alpen’, wie die Zirbe oder Arve genannt wird, hat.

Vor allem bei der Einrichtung der Kinderzimmer werden nun keine Kosten mehr gescheut. Möbel aus Vollholz, zumeist unbehandelt, standen noch nie so hoch im Kurs wie heute. Zu gefährlich erscheint es vielen Eltern, ihre Kinder den möglicherweise negativen Auswirkungen von Holzdekor-Möbeln auszusetzen. Seien es Kinderwiegen oder Kinderbettchen, hier will man nicht am falschen Eck sparen. Denn die dabei Holzdekor-Möbeln verwendeten Press-Spanplatten geben ein Gas ab, das längerfristig gesundheitlich Folgen zeitigen kann bis hin zur Beeinträchtigung der intellektuellen Entwicklung von Kindern. Gefahr geht diesbezüglich vor allem von Billigstmöbeln aus, die zum allergrößten Teil aus China stammen.

Alles in allem ist der Landhausstil somit eine Rückbesinnung auf die heimische Qualität. Und gleichzeitig eine deutliche Absage an jene Billigstprodukte, die meist unter sklavenähnlichen Bedingungen produziert werden. Und die immer wieder Stoffe enthalten, die unter dem Schlagwort ‘Emissionen im Wohnzimmer’ traurige Berühmtheit erhalten.